Die Schilderarten der Lokomotiven aus der Lokfabrik
„Oktoberrevolution“ Luhansk / Woroschilowgrad

 

 

Reichsbahn-Diesel der Baureihen V200 (120) und V300 (130, 131, 132, 142) und ihre Schilder...

Ein völlig neues Erscheinungsbild in Sachen Lokomotivschilder bei der Deutschen Reichsbahn, zeigte sich im Jahr 1966, als mit V200 001 die erste von der Lokomotivfabrik „Oktoberrevolution“ in Luhansk (ab 1970 Woroschilowgrad) gebaute Taigatrommel den Weg auf die Gleise der Deutschen Reichsbahn fand. Der Hersteller lieferte für alle dort gebauten Lokomotiven für die DRo, diese mit emaillierten Nummernschildern an den Stirnseiten sowie mit Nummernschildern aus Aluminiumguss an den Seitenwänden aus (außer 130 001 bis 130 036 welche Glasschilder anstatt der Gussschilder besaßen). Ergänzt wurde die Beschilderung durch ebenfalls an der Seite befindliche Herstellerschilder (Fabrikschilder), welche ebenfalls aus Aluguss hergestellt wurden.
Bereits hier sei darauf hingewiesen, dass bei der Masse an Schildern (über 7500 Nummern- und Herstellerschilder für alle o.g. Baureihen) selbstverständlich die Möglichkeit besteht, dass alle hier genannten Maße geringfügige Abweichungen aufweisen können.

 

 

 

 

 

Geschichte der Lokfabrik „Oktoberrevolution“ Luhansk / Woroschilowgrad

Die Lokomotivfabrik Luhansk (ukrainisch Луганський тепловозобудівний завод (ЛТЗ), deutsche Transliteration Luhanskyj Teplowosobudiwnyj Sawod (LTS), auf Deutsch Luhansker Diesellokomotivfabrik) ist die größte Lokomotivfabrik Europas. Das Werk liegt in Luhansk, Ukraine und beliefert hauptsächlich die GUS-Länder mit Diesellokomotiven für den Güterverkehr.

Während der Umbenennung von Luhansk in Woroschilowgrad (1935 bis 1958 und von 1970 bis 1992) hieß das Werk der Stadt entsprechend Lokomotivfabrik Woroschilowgrad (ukrainisch Ворошиловградкий тепловозобудівний завод (ВТЗ), deutsche Transliteration Woroschilowgradskyi Teplowosobudiwnyj Sawod (WTS), auf Deutsch Woroschilowgrader Diesellokomotivfabrik).

Seit 1995 heißt das Werk Luhanskteplowos (ukrainisch Лугансктепловоз, deutsch wörtlich: Luhansk Diesellokomotive).

Die Fabrik wurde am 3. Mai 1896 von Gustav Hartmann, dem Sohn von Richard Hartmann, unter dem Namen Russische Maschinenbaugesellschaft Hartmann in Luhansk gegründet. Die erste Dampflokomotive verließ im Jahr 1900 die Werkshalle. Schon bald begann man, mit den Lokomotivfabriken in Brjansk und St. Petersburg (Putilow) zu konkurrieren. Die Lokomotiven des Unternehmens wurden im gesamten Eisenbahnnetz des Zarenreiches eingesetzt.

1918 wurde der Name in Lokomotivfabrik Oktoberrevolution geändert. Zwischen 1928 und 1933 wurde die Fabrik modernisiert und erweitert. In den 1930er Jahren waren die 1'E1'-Güterzuglokomotiven des Typs FD und die Personenzuglokomotiven des Typs IS die wichtigsten Produkte. Zu dieser Zeit wurde das Unternehmen zur größten Lokfabrik in Europa. Während des Zweiten Weltkrieges musste die Produktion verlagert werden, und erst 1943 konnte am alten Standort mit dem Wiederaufbau begonnen werden. Die erste Lok wurde im Oktober 1945 fertig gestellt. Insgesamt wurden bis 1956 über 12.000 Dampflokomotiven hergestellt. In den 1950er Jahren begann die Umstellung der Produktion auf Diesellokomotiven sowie die Einführung von mechanisierten Fertigungsstraßen.

1956 wurden mit Lokomotiven der SŽD-Baureihe ТЭ3 die ersten dieselelektrischen Triebwagen der Lokfabrik fertig gestellt. Ende der 1950er Jahre wurde eine Reihe von dieselhydraulischen Lokomotiven mit 1.500 bis 4.080 PS angeboten. Ab 1961 wurden Diesellokomotiven in Großserie gebaut. Besonders die Lokomotive vom Typ 2TE10 (L, M, U und Unterarten) wurde mit 12.000 Einheiten zu einem der wichtigsten Loktypen in der UdSSR. Zu den in Luhansk hergestellten Lokomotiven gehören auch die Baureihen V 200 und die speziell für deutsche Verhältnisse konstruierten 130 bis 142 der Deutschen Reichsbahn.

Ab 1977 begann die Erprobung der Doppellokomotive 2TE121 mit 2 × 4.080 PS Motoren. Auf dieser Grundlage entstanden weitere Lokomotivtypen mit einer Leistung zwischen 4.080 und 6.120 PS. Zur gleichen Zeit begannen Versuche mit der Drehstromantriebstechnik und Flüssiggasantrieb. Ende der 1970er Jahre war das Unternehmen an der Kapazitätsgrenze angelangt und es mussten umfangreiche Erweiterungsbauten erfolgen. Mit 115 bis 200 Lokomotiven im Monat erreichte die Produktion einen Weltrekord.

Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks wurde das Unternehmen am 3. Oktober 1995 unter dem Namen OAO Luhanskteplovoz verstaatlicht. 2006 erfolgte die Privatisierung als ХК Luhanskteplovoz. 2007 wurden in einer Auktion zur Privatisierung von Staatsbetrieben 76 % der Aktien des stark defizitären Unternehmens von der Maschinenfabrik Brjansk ersteigert, welche zur russischen Transmashholding gehört. Gegen den Verkauf klagten mehrere nicht zur Auktion zugelassene Mitbewerber vergeblich. Später wurde in Zweifel gezogen, ob der erzielte Verkaufserlös tatsächlich bezahlt wurde.

Durch den Krieg in der Ukraine seit 2014 und die damit einhergehenden Kämpfe und Ausschreitungen in und um Luhansk kamen Produktion und Auslieferung weitgehend zum Erliegen. Die Produktionsstätten des Unternehmens befinden sich zudem auf dem politisch wie wirtschaftlich weitgehend isolierten Gebiet der im April 2014 ausgerufenen sogenannten Volksrepublik Luhansk. 2015 verlegte Luhanskteplovoz seinen Geschäftssitz ins nahe Sjewjerodonezk.

Luhansk, Montagehalle 1933

Luhansk, Montagehalle 1933 (Quelle Wikipedia, freies Bildmaterial)

nach oben.

 

 

Die an den Stirnseiten zwischen den Lampenkästen der Lokomotiven angebrachten Lokschilder bestehen aus einer gewölbten Blechplatte, die an beiden Enden 90° abgewinkelt sind. Die Vorderseite ist schwarz/weiß emailliert, wobei die Schilder komplett weiß und dann die Nummer im Negativ schwarz emailliert wurden. Zudem zierte ein weiß emaillierter Rand das äußere, welcher den Bereich der Befestigungslöcher schwungvoll mit einschließt. Die Rückseite ist in den meisten Fällen mit schwarzem Lack überzogen, es gibt jedoch auch welche die ganz (V 200 057) oder teilweise weiß emailliert sind (132 546-3). Die Abmessungen betragen 720 x 200 mm und für die Ziffernhöhe sind 120 mm vorgeschrieben. Die Schriftstärke laut Zeichnung beträgt 18 mm, wobei auch in einzelnen Ziffernbereichen nur 13 mm möglich sind. Ebenso stark variiert die Länge des Striches für die Selbstkontrollziffer. Sind 50 mm vorgeschrieben, so zeigen sich auch Schilder mit nur einem 32 mm lange Strich.

Hier am Beispiel in der Konstruktionszeichnung des Emaille-Frontschildes 132 001-9:

Zeichnung Lokschild 132-001-9 Emaille

nach oben

 

 

Lokschild V200 003, Emaille

Vorder- und Rückseite Emaille-Frontschild
der V200 003

Lokschild 132 360-9, Emaille, Detail

Detail-Aufnahme:
90° abgewinkelte Enden bei 132 360-9

Lokschild 132 360-9, Emaille, Detail

Unterschiedliche Wölbungen, erkennbar vor allem auf Höhe der Ordnungsnummer

Lokschild 132 490-4, Emaille, Detail

Detail-Aufnahme:
Oberfläche + Befestigungsloch
bei 132 490-4

Das Schriftbild zeigt sich in den meisten Fällen mittig zentriert und mit sehr guter Aufteilung auf dem Schild. Möglich sind aber auch einzelne Ziffern oder Bindestriche, die höher, tiefer oder einfach schief „gesetzt“ worden sind. Die Ästhetik eines Schildes verändert sich dadurch erheblich. Es gibt aber auch Schriftbilder welche sich in der Gänze höher oder tiefer zeigen.
Lokschild 132 546-3, Emaille, Rückseite

Rückseite des teilweise weiß emaillierten Emailleschildes
der 132 546-3

Lokschild 131 063-0, Emaille

Beim Emaille-Frontschild
der 131 063-0 ist der Bindestrich deutlich nach unten gerutscht

Lokschild 120 316-5, Emaille

Tiefer gesetztes Schriftbild
bei 120 316-5

Lokschild 132 148-8, Emaille, Detail

Detail-Aufnahme:
Ausgebesserter Emailleabplatzer
bei 132 148-8

Ursprünglich erstrahlten alle Emaille-Schilder in Hochglanz, nach vielen Einsatzjahren zeigten sich jedoch Verschleißerscheinungen in Form von Kratzer oder Abplatzer (gerade im Bereich der Bohrlöcher, aber auch im Ziffernbereich). Diese wurden teilweise noch zu Reichsbahnzeiten ausgebessert, ein Erscheinungsbild zu vorher konnte aber nicht mehr hergestellt werden. Einige Bahnbetriebswerke (u.a. Bw Neustrelitz) wuschen ihre Lokomotiven mit einer Laugenart, welche sich sehr aggressiv gegenüber dem Lack der Lokomotive zeigte. Die sensiblen Schilder aus Emaille hatten diesem „Waschmittel“ ebenso wenig auszusetzen und der schwarze Grund war zum Ende hin stark verblichen und das gesamte Schild mitunter sehr stumpf.

Des Weiteren kam es bei einigen Lokomotiven zu schweren Unfällen, wobei gerade die Frontschilder beschädigt oder gar zerstört worden sind. In den Bahnbetriebswerken und im Reichsbahnausbesserungswerk Cottbus fertigte man daher Ersatzschilder an, welche aus einer einfachen Blechplatte mit Farbschrift (in Anlehnung eines Emailleschildes) einen Ersatz herstellte (u.a. 132 046-4 und 132 326-0). Es gab aber auch Ersatzschilder in Form von einer Metallplatte mit genieteten Ziffern (u.a. 132 427-6, 132 436-7 und 132 558-8). Zudem kam es vor, dass ein nicht mehr genutztes Emailleschild einer Unfalllokomotive weiterverwendet wurde. Dabei wurden entweder die komplette Nummer, oder auch nur einzelne Bereiche davon übermalt und neu beschrieben (u.a. 132 316-1).

Lokschild 130 076-3, Emaille

Stumpfer Zustand beim Emaille-Frontschild
bei 130 076-3

Lokschild 132 163-7, Emaille

Zerstörtes Emailleschild
bei 132 163-7

Lokschild 132 046-4, gemalt

Ersatzschild
(keine Fälschung)
der 132 046-4.
Blechplatte, gemalt.
(seit 1981 an der Lok, Wiederaufbau nach Unfall)

Lokschild 132 427-6, Niet-Aluminium-Rund

Ersatzschild (keine Fälschung)
bei 132 427-6. Metallplatte mit aufgenieteten Ziffern

Lokschild 132 326-0, gemalt

Ersatzschild (keine Fälschung) der 132 326-0. Blechplatte, gemalt, völlig anderes Schriftbild (Art Comic) (seit 1980 an der Lok, Wiederaufbau nach Unfall)

- - -

nach oben

 

 

Die an den Seitenwänden mittig des Lokkastens angebrachten Schilder sind aus Aluminiumguss. Der Untergrund (außer im Bereich der Bohrlöcher) ist geriffelt (kleine Rauten bzw. Quadrate). Auf den 530 x 230 mm (Baureihe 130 bis zu 533 x 233 mm) großen Schildern ist im unteren Bereich der Vorderseite die Loknummer mit der darüber aufgebrachten Eigentumsbezeichnung „Deutsche Reichsbahn“ in erhabenem Schriftbild gegossen. Die Ziffernhöhe beträgt 90 mm. Laut Werkszeichnung haben die Ziffern eine Stärke von 13 mm und die Eigentumsbezeichnung eine Stärke von 7 mm. Vom Riffelgrund heben sich die Ziffern mit 4-5 mm, die der Eigentumsbezeichnung mit 3-4 mm ab. Die Stärke der Grundplatte variiert teilweise erheblich. Haben zu Anfang der Lieferzeit (1966) die Schilder etwa eine Stärke von 13 mm, so zeigen sich 1980 einige Gussschilder mit 18 mm. Die Rückseite ist als Hohlguss ausgeführt, zudem zieren zwei diagonal von den Befestigungslöchern aus laufende Linien das Schild, welche sich in der Mitte durchkreuzen. Diese Erhebung reicht mal bis direkt an die Befestigungslöcher heran, mal endet sie kurz davor. Oft sind Abdrücke von der in der Gussform der Gießerei vorhandenen Schrauben und Muttern auf der Rückseite zu sehen. Bei den ersten V 200-Schildern ist eine kleine Gravur (ПK 412) auszumachen, sonst sind keine Stempelungen zu finden.

Hier am Beispiel in der Konstruktionszeichnung des Emaille-Frontschildes V200 000:

Zeichnung Lokschild V200, GAlR

nach oben

 

 

Lokschild 142 004-1, Guss-Aluminium-Rund

Vorder- und Rückseite Aluguss-Seitenschild
der 142 004-1

Lokschild 132 709-7, Guss-Aluminium-Rund, Detail

Detail-Aufnahme: Riffelgrund und Ziffern
bei 132 709-7

Lokschild 132 184-3, Guss-Aluminium-Rund, Detail

Detail-Aufnahme:
Rückseite
bei 132 184-3.
Im Normalfall ist auf der Rückseite keine Spiegelschrift erkennbar (siehe „Kuriositäten“)

Lokschild 132 184-3, Guss-Aluminium-Rund, Detail

Detail-Aufnahme:
Befestigungsloch Rückseite
bei 132 184-3

Bei Lieferung zeigten sich alle Aluguss-Seitenschilder metallisch blank, die Schriften hoben sich kaum ab von der Grundplatte. Erst durch die Einsatzjahre verdreckten die Schilder schnell im Bereich des tiefer gelegenen Riffelgrundes und die Betriebsnummer und die Eigentumsbezeichnung hoben sich schließlich vom Hintergrund ab. Das Reichsbahnausbesserungswerk in Cottbus lackierte die Schilder bei anstehenden Hauptuntersuchungen später auch in schwarz, das Schriftbild wurde danach abgeschliffen.
Lokschild V200 009, Guss-Aluminium-Rund, Detail

Detail-Aufnahme:
Gravur „ПK 412“
bei V200 009

Lokschild V200 009, Guss-Aluminium-Rund

Aluguss-Seitenschild der V200 009. Noch gut ist der metallisch blanke Ursprungszustand erkennbar

Lokfschild 131 067-1, Guss-Aluminiu-Rund, Rückseite

Detail-Aufnahme:
Rückseite
bei 131 067-1.
Schraubenabdrücke sind im Guss zu sehen

-
Bemerkenswerter Weise gibt es bei den Seitengussschildern zwei unterschiedliche Ausführungen des Riffelgrundes. Bei allen V 200/120 und der 130 (bis mindestens zur Ordnungsnummer 130 091-2) zeigt sich der Riffelgrund in kleinen Rauten. Danach folgte bei den 130 (mindestens ab 130 099-5), allen 131 sowie den 132 (bis mindestens 132 595-0) ein Riffelgrund aus kleinen Quadraten. Die Seitengussschilder der restlichen 132 (mindestens ab 132 606-5) und alle 142 besitzen wieder einen Untergrund mit kleinen Rauten. Diese letzten Schilder sind verhältnismäßig stärker gegossen als die anderen Seitengussschilder und besitzen ein flacheres Diagonalkreuz auf der Rückseite.
Lokschild 132 709-7, GAl, Detail der Rauten

Detail-Aufnahme:
Riffelgrund in Rauten-Form, bei 132 709-7

Lokschild 132 148-8, GAl, Detail der Rauten

Detail-Aufnahme:
Riffelgrund in Quadrat-Form, bei 132 148-8

Lokschild 132 148-8, GAl, Rückseite

Detail-Aufnahme:
Diagonalkreuz hoch, bei 132 148-8

Lokschild 132 633-9, GAl, Rückseite

Detail-Aufnahme:
Diagonalkreuz flach, bei 132 633-9

nach oben

 

 

Besonders einfallsreich zeigte sich das Herstellerwerk in der Gestaltung der seitlichen Nummernschilder bei den ersten Lokomotiven der Baureihe 130. Beginnend mit 130 001 wurden bis zur Nummer 130 036 alle Lokomotiven mit Glasschildern ausgestattet. Diese waren mittels einer Gummifassung in den Montage-Türen eingesetzt und besitzen somit keine Befestigungslöcher. Die Ziffern (Abweichendes Schriftbild zu allen anderen Schildern der DR-Lieferung) sind mittels zweier Folien in Spiegelschrift auf der Rückseite angebracht. Die Maße sind 695 x 199 x 5 mm. Die Ecken sind rundlich ausgeführt und zeigen in etwa ein Abbild eines Emaille-Frontschildes ohne den weißen Rand. Am unteren rechten Befestigungsloch zeigte sich zudem ein spiegelverkehrter Aufdruck in kyrillischer Schrift. Es zeigt folgendes Schriftbild „ЗAКАЛЕННОЕ – АВТОСТЕКЛО – M2“, übersetzt mit "realisiert Fenster M2".
Als Besonderheit sei angemerkt, dass durch hinter dem Schild eingesetzte Leuchtmittel die Schilder an den Lokomotiven nachts beleuchtet werden konnten. Vermutlich durch die Hitzeentwicklung vom inneren der Lok blätterten im Laufe der Jahre bei vielen Lokomotiven die Farbe und die Ziffern von der Rückseite des Schildes ab, weshalb die Nummer mittels Farbe neu aufgetragen werden musste. Diese Schilder haben vom Schriftbild leider nichts mehr mit dem Original gemeinsam. Somit sind viele Schilder durch diesen Vorgang oder gar durch Unfälle zum Opfer gefallen. Der Vandalismus zu Beginn der 90er Jahre (als viele Loks dieser Baureihe noch mit ihren Schildern abgestellt waren), wobei wiederum Schilder durch Steinwürfe zerstört worden sind, minimiert die Anzahl der ohnehin ursprünglich nur 72 Stück umfassenden Glasschilder um ein deutliches.

nach oben

 

 

Lokschild 130 028-4, Glas

Glas-Seitenschild
der 130 028-4

Lokschild 130 028-4, Glas, Detail

Detail-Aufnahme: Kenzzeichnung
bei 130 028-4

Lokschild 130 028-4, Glas, Detail

Detail-Aufnahme: Rückseite
bei 130 028-4

Lokschild 130 033-4, Glas. Übermalte, deutsche Version

Glas-Seitenschild
der 130 033-4.
Das ist die übermalte, deutsche Version.

Montagetür 130 023-5 rechts, mit Nummernschildbeleuchtung

Montagetür von
130 023-5 rechts, mit Nummernschildbeleuchtung

Leuchtenschirm ausgebaut von hinten

Leuchtenschirm ausgebaut von hinten,
mit geöffneter Klappe zum Leuchtmittelwechsel

Leuchtenschirm ausgebaut von hinten

Leuchtenschirm ausgebaut von hinten

Leuchtenschirm von vorne mit geöffneter Klappe zum Leuchtmittelwechsel

Leuchtenschirm von vorne wo das Glasschild eingefasst war

nach oben

 

 

Da auf den Glasschildern dieser 36 Lokomotiven (im Gegensatz zu den Aluguss-Seitenschildern) keinerlei Eigentumsbezeichnung zu finden war, brachte das Werk in Luhansk ein Einzelschild mit dem Schriftzug „Deutsche Reichsbahn“ etwas oberhalb der Loknummer an. Dieses sieht in erster Linie aus, wie der obere Teil eines Seitengussschildes, hat Riffelgrund (Rauten - jedoch um bis zu 2 mm länger als bei den Seitengussschildern) und besitzt vier Befestigungslöcher an den Ecken. Das Schild (536 x 115 x 12 mm) war ab Werk ebenso metallisch blank und verdreckte später genau, wie alle anderen Seitengussschilder. Auch die Rückseite ist identisch mit dem der Seitengussschilder, wenn auch in kleinerer Form. Die Schriftstärke beträgt ebenso 7 mm.
Als einige Bahnbetriebswerke im Jahr 1970 die Seitenschilder der V200 abbauten und durch neue EDV-Schilder ersetzten, wurden bei einigen dieser Schilder die Eigentumsbezeichnung vom Rest des Schildes abgetrennt und weiterverwendet. Diese sind an der unteren Kante „scharfkantig“ und besitzen somit auch keine eingegossenen Befestigungslöcher im unteren Bereich und sollten somit nicht mit den 130-Schriftzügen verwechselt werden!

nach oben

 

 

Eigentumsschild Deutsche Reichsbahn, Aluguss, Riffelgrund

Vorder- und Rückseite Schriftzug „Deutsche Reichsbahn“, mit Riffelgrund, ohne Rand.

Eigentumsschild Deutsche Reichsbahn, Aluguss, Riffelgrund, Detail

Detail-Aufnahme: Schriftzug „Deutsche Reichsbahn“ mit Riffelgrund.

Eigentumsschild Deutsche Reichsbahn, Aluguss, Riffelgrund, Detail, Rückseite

Detail-Aufnahme: Rückseite Schriftzug „Deutsche Reichsbahn“ mit Riffelgrund.

-

nach oben

 

 

Jede von der UdSSR für die Reichsbahn gebaute Maschine besaß zwei Herstellerschilder (Fabrikschilder), jeweils eines pro Seitenwand. Diese Schilder sind ebenfalls in Aluguss (mit Rand, leichter Hohlguss) gehalten und wechselten im Laufe der Lieferzeit mehrmals ihre Form und Farbe.

nach oben

 

 

Oval, groß:
Die erste und zugleich größte Variante galt vom ersten Herstellerjahr 1966 bis zum Jahr 1972. Die Maße betragen
395 x 253 x 12 mm, die Schriftstärke ist 15-17 mm (außer „CCCP, ЛУГАНCКИЙ und ТЗ“). Anzahl der Befestigungslöcher: vier. Alle Schilder waren ursprünglich gelb gehalten, die minimale Vertiefung im Bereich des ТЗ-Symboles und des Sowjetsternes rot (später oft auch in gelb um lackiert). Bei Hauptuntersuchungen, vornehmlich mit einer neuen Lackierung, wechselte die Farbe des kompletten Untergrundes auf blau.
Das Schriftbild lautet: „CCCP – ЛУГАНCКИЙ – ТЗ – ТЕПЛОВОЗОСТРОИТЕЛЬНЫЙ ЗАВОД – ИМЕНИ ОКТЯБРЬCКОЙ РЕВОЛЮЦИИ“ [übersetzt: „SSSR – Luhansk – Lokomotivbau Fabrik – Name der Oktoberrevolution“]
Lokfabrikschild Luhansk, 0222, 1967, GAlmR, von DRo V200-084

Vorder- und Rückseite Fabrikschild (oval, groß) der V200 084
(120 084-9), gelb

Lokfabrikschild Luhansk, 0472, 1958, GAlmR, von DRo V200-135, Detail

Detail-Aufnahme: Schriftbild + Untergrund
bei V200 135
(120 135-9)

Lokfabrikschild Luhansk, 0046, 1971, GAlmR, von DRo 130 044-15, Detail

Detail-Aufnahme: Zifferngravur 57855 beim Fabrikschild
der 130 044-1
(0046, 1971)

Lokfabrikschilder Luhansk, Varianten

Varianten Fabrikschilder (oval, groß) – v.l.n.r. 130 059-9, 130 044-1, V200 242 (120 242-3), 130 024-3, V200 054 (120 054-2) und 130 021-9

Lokfabrikschild Lugansk, 0044, 1971, GAl, von DRo 130 042-5

Fabrikschild (oval, groß) der 130 042, gelb,
mit nur zwei Befestigungslöchern.
Rückseite

- - -
Im Gegensatz zu den noch folgenden Rauten und kleinen ovalen Fabrikschildern, besitzen alle großen ovalen Schilder eine Zifferngravur in der Umrandung auf der Vorderseite. Diese ist meist jedoch nur schwach erkennbar, bzw. ist sie bereits gänzlich heruntergeschliffen. Die Bedeutung der Zahlenkombination 57855 ist bislang ungeklärt. Wobei die Ziffern „5“ auch Buchstaben „Б“ sein könnten.
Raute:
Diese Variante wurde von der Lokfabrik von 1973 bis 1977 verwendet. Das Maß für die rautenförmigen Schilder beträgt
399 x 244 x 12 mm, Schriftstärke ist 2 mm (außer „CCCP und ВЗОР“). Anzahl der Befestigungslöcher: drei. Alle Fabrikschilder in dieser Form wurden an die DRo ausnahmslos mit blauem Untergrund geliefert, nur die der Werkbahn V 200.5 waren ab Werk gelb. Bei Hauptuntersuchungen wurden später vereinzelte Fabrikschilder der Reichsbahn Baureihen 120, 131 und 132 durch das Raw Cottbus ebenfalls auf gelb um lackiert.
Das Schriftbild lautet: „CCCP – ВЗОР – ТЕПЛОВОЗОСТРОИТЕЛЬНЫЙ ЗАВОД – ИМЕНИ ОКТЯБРЬCКОЙ РЕВОЛЮЦИИ – ВОРОШИЛОВГРАД“ [übersetzt: „SSSR – (ВЗОР = Kürzel für Woroschilowgrad Fabrik Oktober Revolution) – Lokomotivbau Fabrik – Name der Oktoberrevolution – Woroschilowgrad“]
Lokfabrikschild Woroschilograd, 0526, 1975, GAlmR, von DRo 132-314-6

Vorder- und Rückseite Fabrikschild (Raute) der 132 314-6 – Blau, mit der Zeit stark ausgeblichen

Lokfabrikschild Woroschilograd, GAlmR, Detail, von 132-508-3

Detail-Aufnahme: Schriftbild + Untergrund
bei 132 508-3

Lokfabrikschild Woroschilograd, GAlmR, Detail, von 132-508-3

Detail-Aufnahme: Befestigungsloch
bei 132 508-3

Lokfabrikschild Woroschilograd, GAlmR, Detail, von 132-508-3

Detail-Aufnahme: Befestigungsloch, Rückseite
bei 132 508-3

Lokfabrikschilder, GAlmR, Raute, Varianten

Varianten Fabrikschilder (Raute) – v.l.n.r. 132 477-1, 132 314-6, 132 465-6, 132 490-4, 132 457-3 und 132 163-7

- - -
Oval, klein:
Die letzte und zugleich von der Größe her kleinste Form der Fabrikschilder besaßen die letztgebauten Lokomotiven der Baureihe 132 (ab 1978) und die sechs Loks der Baureihe 142 (ab 1976). Die Maße betragen bei diesen 300 x 149 x 12 mm, Schriftstärke ist 3 mm (außer „ВЗОР“). Anzahl der Befestigungslöcher: zwei. Wie die „Rauten“ waren auch hier alle Schilder ab Werk in Blau lackiert, welche aber später ebenfalls teilweise bei Neulackierungen durch das Raw in Cottbus auf Gelb wechselten.
Das Schriftbild lautet: „ВЗОР – MADE IN USSR“ [übersetzt: „(ВЗОР = Kürzel für: Woroschilowgrad Fabrik Oktober Revolution) – Hergestellt in USSR“]
Lokfabrikschild Woroschilograd, 0806, 1978, GAlmR, von DRo 132-546-3

Vorder- und Rückseite Fabrikschild (oval, klein)
der 132 546-3 – Blau

Lokfabrikschild Woroschilograd, GAlmR, von DRo 132-633-9

Detail-Aufnahme:
Befestigungsloch
bei Fabrikschild
der 132 633-9

Lokfabrikschild Woroschilograd, GAlmR, von DRo 132-633-9

Detail-Aufnahme:
Schriftbild + Untergrund,
 bei Fabrikschild
der
132 633-9

Lokfabrikschild Woroschilograd, GAlmR, von DRo 132-633-9

Detail-Aufnahme:
Befestigungsloch, Rückseite,
bei Fabrikschild
der 132 633-9

Bei vielen Fabrikschildern sind auf der Rückseite die Ordnungsnummer sowie ein „R“ für rechte Seite oder „L“ für linke Seite eingestanzt. Diese meistens im Bereich eines der Befestigungslöcher ausgeführte Prozedere ist bisher allerdings nur bei der Baureihe V200/120 bekannt.

Ersatzfabrikschilder gab es natürlich auch bei den „Russen“, die vor allem länger von der Ausbesserung zurückgestellte Lokomotiven erhielten. Da nach etlichen Jahren Abstellzeit die Originalschilder abhanden gekommen waren, fertigte das Raw Cottbus Ersatz in Form von Eisenschildern an. Diese besitzen fast die gleichen Maße wie Originale. Sie sind zwar nur per Schablone aufgemalt, aber trotzdem optisch ansprechend. Fabriknummer und Baujahr wurden eingestanzt.

Lokfabrikschild Woroschilograd, GAlmR, V200-120-1, Detail

Detail-Aufnahme:
 Fabrikschild der
V200 120 (120 120-1),
„120 L“ eingestanzt

- Lokfabrikschild Woroschilograd, GFe, Ersatzschild, von 132-293-2

Ersatzfabrikschild (keine Fälschung)
der 132 293-2,
aus Eisenguss gefertigt

Lokfabrikschild Woroschilograd, GFe Ersatzschild, von 132-644-6

Ersatzfabrikschild (keine Fälschung)
der 132 644-6,
aus Eisenguss gefertigt

nach oben

 

 

Für die noch als Baureihe V200 gelieferten Lokomotiven mit den Ordnungsnummern 001 bis 314 musste die Deutsche Reichsbahn im Jahr 1970 neue Schilder mit der nun gültigen Betriebsnummer 120 beschaffen. Somit erhielten ab Juni 1970 die oben genannten Lokomotiven in ihren Heimatbahnbetriebswerken vier EDV-Schilder aus der Zentralwerkstatt Pockau, je eines für jede Stirn- und Seitenwand. In den meisten Fällen nutze man die gleichen Befestigungslöcher, welche bis dahin für die alten V200-Emaillefront- und V200 Alugussseitenschilder genutzt worden sind. So lassen sich auch heute noch EDV-Nietschilder zweifelsfrei als ein Vorder- bzw. Hinterschild oder als ein Seitenschild identifizieren. Bei den Nietschildern für die Seitenwände gab es in den Bahnbetriebswerken jedoch zwei unterschiedliche Methoden der Anbringung. Bei der ersten Variante befinden sich vier Befestigungslöcher an den äußersten Rändern des EDV-Schildes (nur durchgeführt durch die Bw Cottbus und Neustrelitz). Ebenfalls in ersten Variante, jedoch als Sechslochschild, führten die Bw Pankow, Erfurt, Eisenach, Weißenfels, Altenburg, Wahren, Güsten und Magdeburg die Umzeichnungen aus. Die zweite Variante besitzt ebenfalls nur vier Löcher, jedoch den kurzen Bohrlochabstand des alten V200-Alugussseitenschildes (durchgeführt in den Bw Stralsund, Wittenberge, Hagenow, Falkenberg, Lu-Wittenberg, Karl-Marx-Stadt, Reichenbach und Dresden). Bei dieser Variante mussten jedoch zwei Metallstücke rückseitig am EDV-Schild angeschraubt werden, um so den Höhenunterschied zu den alten Befestigungslöchern des alten V200-Alugussseitenschildes auszugleichen. Das Bw Halle G machte es sich sogar noch einfacher in der Variante zwei: Dort befestigte man die EDV-Schilder für die Seitenwände mit nur zwei Schrauben, welche sich sozusagen mitten im Schild befanden.

nach oben

 

 

Lokschild 120 135-9, Niet-Aluminium-Groß, Pockau

Nietschild (NAlG-Pockau) für die Stirnseite
der 120 135-9, Vorder- und Rückseite, mit eingeritztem „H“ für den hinteren Führerstand, Bohrlochabstand analog des alten V 200 135
Emailleschildes

Lokschild 120 061-7, Niet-Aluminium-Groß, Pockau

Nietschild (NAlG-Pockau) für die Seitenwand
der 120 061-7, Vorder- und Rückseite, mit eingestanztem „R“ für die rechte Lokseite, mit Bohrlöchern an den Enden (1.Variante)

Lokschild 120 004-7, Niet-Aluminium-Groß, Pockau

Nietschild (NAlG-Pockau) für die Seitenwand
der 120 004-7,
Vorder- und Rückseite, mit eingeritztem „R“ für die rechte Lokseite, Bohrlochabstand analog des alten V 200 004 Seitengussschildes (2. Variante)

Lokschild 120 010-4, Niet-Aluminium-Groß, Pockau

Nietschild (NAlG-Pockau) für die Seitenwand der 120 010-4, Vorder- und Rückseite, mit eingeritztem „R“ für die rechte Lokseite, Bohrlochabstand analog des alten V200 010 Seitengussschildes (2. Variante, allerdings mit nur zwei Löchern, durchgeführt im Bw Halle G).
Die äußeren vier Bohrlöcher bohrte man im Laufe der Einsatzzeit in einem anderen Bahnbetriebswerk nach!

DRo, 120 126-8, Niet-Aluminium-Groß, 6 Befestigungslöcher

Nietschild (NAlG-Pockau) für die Seite
der 120 126-8,

 jedoch  mit sechs Befestigungslöchern

- - -
Bei vielen heute in Sammlerhänden bekannten EDV-Nietschildern dieser Baureihe ist auf der Rückseite noch ein Kürzel wie V, H, L oder R (für Vorn, Hinten, Links oder Rechts) eingestanzt bzw. eingeritzt.
Auch für die Baureihe 131 mussten im Jahr 1973 für einige Lokomotiven ebenfalls Nietschilder aus Pockau geordert werden, da sie vom Hersteller unter falschen Nummern geliefert worden sind (siehe Punkt „Wissenswertes“).

nach oben

 

 

Das Herstellerwerk lieferte einige wenige Lokomotiven mit falscher Selbstkontrollziffer aus. Die auf den emaillierten Frontschildern falsch aufgebrachte Ziffer wurde großflächig schwarz überlackiert und die richtige Ziffer anschließend mit weißem Lack aufgemalt. Bei den Seitenschildern aus Aluminiumguss musste hingegen die Ziffer abgeschliffen werden. Danach wurde die neue Kontrollziffer entweder aufgenietet bzw. aufgeschraubt, oder in seltenen Fällen auch nur aufgemalt. Bekannte Nummern sind (in Klammern die verkehrte Kontrollziffer...):
120 345-4 (-5), 120 346-2 (-3), 120 347-0 (-1), 120 348-8 (-9), 120 349-6 (-7), 120 355-3 (-4), 120 356-1 (-2), 120 357-9 (-0), 132 014-2 (-8) nur Seitengussschild, 132 017-5 (-3), 132 261-9 (-?) nur Seitengussschild und 132 329-4 (-?) vermutlich auch nur Seitengussschild. Übrigens ist belegt, dass das Herstellerwerk teilweise Ersatzschilder nachlieferte. Zumindest bei 120 356-1 ist bildlich belegt, dass diese Lok an den Seitenwänden ebenfalls mit Emailleschildern ausgestattet war, obwohl dort Seitengussschilder hätten hängen müssen. Vermutlich handelte es sich bei den zusätzlichen Emaillen an den Seiten um die nachgelieferten Ersatzschilder mit richtiger Selbstkontrollziffer.
 
Lokschild 120 356-1, Emaille

Emailleschild der
120 356-1, mit geänderter Selbstkontrollziffer

- - -
Lokschild 132 261-9, Guss-Aluminium-Rund,Kontrollziffer extra angeschraubt, Detail

Detail-Aufnahme:
Seitengussschild der
132 261-9 mit geänderter Selbstkontrollziffer (aufgeschraubt)

Lokschild 132 261-9, Guss-Aluminium-Rund,Kontrollziffer extra angeschraubt, Detail, Rückseite

Detail-Aufnahme:
Seitengussschild der
132 261-9 mit geänderter Selbstkontrollziffer (aufgeschraubt),
Rückseite

 

Lokschild 132 329-4, Guss-Aluminium-Rund, Kontrollziffer extra, Detail

Detail-Aufnahme:
Seitengussschild der
132 329-4 mit geänderter Selbstkontrollziffer (genietet)

Lokschild 132 329-4, Guss-Aluminium-Rund, Kontrollziffer extra, Detail, Rückseite

Detail-Aufnahme:
Seitengussschild der
132 329-4 mit geänderter Selbstkontrollziffer (genietet),
Rückseite

Die sichtbaren Schrauben stammen aus der Gussform und haben nichts mit der Befestigung der Ziffer zu tun.

Eine Kuriosität erster Güte sind Seitengussschilder mit spiegelverkehrtem „a“ im Schriftzug „Deutsche Reichsbahn“, welche jedoch nur in einem bestimmten Nummernbereich der V200/120 zu finden sind. Bekannt sind u.a. V200 296, 120 315-7, 120 316-5, 120 320-7, 120 321-5, 120 326-4 und 120 328-0. Der Hersteller lieferte für diese Nummern Ersatzschilder mit richtigem „a“ nach, welche in den meisten Fällen nicht ausgetauscht worden sind. Als Beispiel sei dafür 120 316-5 genannt, welche die Schilder mit spiegelverkehrtem „a“ noch bis zu Ihrer Ausmusterung trug. Die Ersatzschilder mit richtigem „a“ lagen unangetastet und noch metallisch blank in einem ihrer Heimat-Bw, ohne je an der Lok gewesen zu sein. Ebenso gab es an der 120 347 ein Seitengussschild ohne Kontrollziffer!

Lokschild 120 316-5, Guss-Aulminium-Rund

Aluguss-Seitenschild der
120 316-5, mit spiegelverkehrtem „a“

120 320-7 in Guss-Alu-Groß. Die Maschinen 315-328 bekamen von den Russen ein falschens "a" bei 'Deutsche Reichsbahn'. Später wurden diese Schilder gegen neue mit korrekter Schriftart ausgetauscht.

Aluguss-Seitenschild der
120 320-7, mit spiegelverkehrtem „a“

- -
Ein weiteres Kuriosum kann man schlichtweg in die Kategorie „Es gibt nichts, was es nicht gibt!“ legen. Sicherlich, es kann durchaus mal passieren, einen Bindestrich für eine Selbstkontrollziffer zu vergessen. Dieses „Kunststück“ gelang den Russen aber mindestens fünf mal und so zählen die Emailleschilder von 132 352 6 (einseitig), 132 388 0 (vermutlich nur einseitig), 132 624 8 (einseitig) und 132 645 3 (beidseitig) zu den Vorzeigestücken, bei denen das so tatsächlich passiert ist. Übrigens sind auf Seitengussschildern bislang keine fehlenden Bindestriche bekannt.
Lokschild 132 624-8, Emaille, ohne Bindestrich

Emailleschild der
132 624 8,
ohne Bindestrich

Lokschild 132 388-0, Emaille, Detail, Bindstrich gemalt

Detail-Aufnahme:
Emailleschild der
132 388-0. Bindestrich wurde zu  DRo-Zeiten mit Farbe ergänzt

- -

Sind im Normalfall bei den Emaille- und Seitengussschildern alle Ziffern der Sorten 2, 3, 5, 6, 8 und 9 an den Bogenenden abgeschrägt (siehe Zeichnungen), so zeigen sich als Kuriosum beide Seitengussschilder der 120 351-2 mit einer Ziffer „5“ welche am unteren Bogenende gerade ist. Die Emailleschilder dieser Lok sind hingegen korrekt ausgeführt.
Diese Ziffer "5" sind jedoch auf einigen weiteren Seitengussschildern zu finden (u.a. 120 359-5, 132 058-9, 132 515-8, 132 555-4, 132 565-3 oder 132 575-2).

Lokschild 120 351-2, Guss-Aluminium-Rund, Detail

Detail-Aufnahme:
Seitengussschild der
120 351-2. Unteres Ende des Bogens der Ziffer „5“ ist gerade ausgeführt. Gut erkennbar im Vergleich zur korrekt ausgeführten abgeschrägten Ziffer „3“

Lokschild 132 565-3, GAl, Detail in der "5"

Detail-Aufnahme:
Seitengussschild der
132 565-3, sogar mit beiden Versionen der Ziffer "5"

- -
Vergleichsweise selten (vielleicht aber auch nur bei einer Lok...) kam es in der Gießerei vor, dass beide Aluguss-Seitenschilder nicht richtig fertig gegossen wurden. Das gesamte Schriftbild auf den Schildern der 132 184-3 flacht von links her so stark ab, dass auf der rechten Seite fast keine Erhebung mehr sichtbar ist. Die Selbstkontrollziffer ist somit auf einer Ebene, wie der Riffeluntergrund. Aufgrund dieser „Fehlgüsse“ zeigt sich auf der Rückseite zudem eine Spiegelschrift, welche normal nicht zu sehen ist (siehe auch "Die Seitenschilder aus Aluminiumguss").
Ergänzend sei noch dazu gesagt, dass auch bei dem Seitenschild der 132 544-8 teilweise eine Spiegelschrift auf der Rückseite
erkennbar ist. Es handelt sich dabei aber um keinen "Fehlguss".
Lokfabrikschild, Fehlguss von 132 184-3, Guss-Aluminium-Rund, Detail

„Fehlguss“ – Aluguss-Seitenschild der 132 184-3 – komplettes Schriftbild flacht von links nach rechts stark ab

- - -
Eine bestimmte Nummernreihe bei der Baureihe 132 (ca. 479 bis 492) besitzt bei ihren Seitengussschildern größere Befestigungslöcher. Der Durchmesser dieser Bohrungen beträgt hier 11-12 mm (im Normalfall sind es nur 7-8 mm). Die Nummern 132 479-7, 132 481-3, 132 483-9 bis 132 487-0, 132 489-6, 132 490-4 und 132 492-0 sind bildlich belegt. Die Schilder der 132 474-8 haben noch, und die der 132 494-6 wieder, kleinen Bohrungen.
Aufgrund dieser Nummernfolge kann auch ausgeschlossen werden, dass diese Schilder in einem bestimmten Heimat-Bw aufgebohrt worden sind, denn alle waren in unterschiedlichen Bahnbetriebswerken stationiert. Die größeren Befestigungslöcher stammen also vom Herstellerwerk, eine Erklärung dafür gibt es bisher allerdings nicht.
Lokschild 132 490-4, GAl, Bohrloch 11-12mm

Detail-Aufnahme:
größeres Befestigungsloch
11-12 mm, bei 132 490-4

Lokschild 132 430-0, GAl, Bohrloch 7-8mm

Detail-Aufnahme:
normales Befestigungsloch
7-8 mm, bei 132 430-0

- -

Etwa ab der Ordnungsnummer 132 600 gab es bei den Seitengussschildern zwei deutliche Unterschiede zu den bis dahin hergestellten Seitenschildern.
Erstens zeigen sich im Schriftbild die Buchstaben "b" und das erste "h" im Wort "Reichsbahn", im oberen Bereich leicht nach links "verzogen". Zudem wirkt beim "b" der Strich vor dem Bauch länger als beim Strich nach dem Bauch im darauffolgenden "a", was zuvor noch identisch war.
Zweitens sticht das Riffelgrundmuster ins Auge, welches in kleinen Rauten statt kleinen Quadraten ausgeführt wurde. Gerade der letzte Punkt lässt auf eine veränderte Gussform schließen.
Diese Form wurde bis zur letztgebauten 132 709 beibehalten.

Detail-Aufnahme: Seitengussschild der 132 430-0 - Gussform bis ca. 132 599

Detail-Aufnahme:
Seitengussschild der
132 430-0,
Gussform bis ca.
132 599

Detail-Aufnahme: Seitengussschild der 132 633-9 - Gussform ab ca. 132 600

Detail-Aufnahme:
Seitengussschild der
132 633-9,
Gussform ab ca.
132 600

- -

nach oben

 

 

Wissenswertes
Die Deutsche Reichsbahn war keineswegs der „Erfinder“ dieser doch recht ungewöhnlichen Emaillefront- und Seitengussschilder, mit welchen die Importlokomotiven bestellt und geliefert wurden. Auch keine der bis zu diesem Zeitpunkt bei der Lokfabrik in Luhansk gefertigten Loktypen besaßen Schilder in einer dieser beiden Ausführungen. Vielmehr liegt der Ursprung dieser Schilderarten in Ungarn, denn nur dort waren bis dato Dampf- und Diesellokomotiven mit diesen typischen Schildern im Einsatz. Als Mitte der 60er Jahre die Ungarische Staatsbahn den Loktyp M62 (DRo V200) bei der Lokomotivfabrik in Luhansk bestellte, bestand man darauf, dass diese und die folgenden nach Ungarn gelieferten M62 ebenfalls mit solchen Schildern ausgerüstet werden müssen. So stand wie gewünscht im Jahr 1965 die erstgebaute Serienlok der Baureihe M62 auf den Gleisen zur Übergabe bereit. An den Stirnseiten hingen Schilder aus Emaille und an den Seiten solche aus Aluguss mit Riffelgrund. Diese Schilderarten übernahm dann später auch die Reichsbahn, nur die Schrifttype wurde verändert.
Lokschild MAV M62-227, Emaille und Aluminiumguss

Emaillefront- und Seitengussschild der ungarischen Taigatrommel M62-227 in Emaille (oben) und Aluminiumguss (unten)

Lokschild MAV und DRo, Guss-Aluminium-Rund, Vergleich, Rückseite

Rückseiten der Seitengussschilder der ungarischen M62-227 (oben) und der Reichsbahn V200 287 (unten). Die Maße sind identisch, nur das kreisförmige Muster (Symbol für die Ungarische Staatsbahn) zeigt sich als einiger Unterschied.

Lokschild MAV 375.621, Emaille und Aluminiumguss

Emaillefront- und Seitengussschild einer in den 50er Jahren gebauten ungarischen Dampflok.
Eine unverwechselbare Ähnlichkeit und die Vorreiter für die späteren Lokschilder aus der Lokomotivfabrik Luhansk.

-
Neben der Deutschen Reichsbahn bekamen auch zwei Werkbahnen im Bereich der DDR fabrikneue Taigatrommeln aus der Sowjetunion. Die als V200.5 bezeichneten Lokomotiven besaßen anstatt der üblichen Seitengussschilder an dieser Stelle ebenfalls Emailleschilder.
Die als Baureihe 131 von der Deutschen Reichsbahn bestellten Lokomotiven wurden durch den Hersteller anfangs noch als 130 beschildert. Der letztgebauten 130 mit der Ordnungsnummer 080 sollte eigentlich die Baureihe 131 (beginnend mit der Nummer 001) folgen, welche aber verkehrter weise als 130 081 bis 130 100 sowie 130 103 bis 130 108 bei der DR eintrafen. Diese Lokomotiven wurden gleich nach Eintreffen im Abnahme-Raw Dessau in die „richtige“ Baureihe (131 001 – 131 026) umgezeichnet und erhielten vier EDV gerechte Nietschilder aus der Zentralwerkstatt Pockau. Die ursprünglichen und falschen Emaille- und Gussschilder dieser Loks waren somit nur für wenige Wochen an der Lok und die Lokomotiven so nie bei der Reichsbahn in Betrieb. Interessehalber sei gesagt, dass die Prototypen für die Zugheizung als 130 101 und 130 102 in Betrieb gingen und somit nicht mit der Baureihe 131 in Verbindung stehen, daher erfolgte auch keine Umzeichnung in die Baureihe 131.
Die ersten Rautenförmigen Fabrikschilder besaßen im Bereich der Fabriknummer und des Baujahres anfänglich eine andere Schrifttype, besonders auffällig beim „N“ und bei der Ziffer „9“ des Baujahres. Dabei wirkte die ganze Schrift „klobiger“ als die spätere Variante. Als Bemerkung sei dazu gesagt, dass der Rohling der Gussform ursprünglich nur aus dem „N____“ und „197_ r.“ bestand. Die fehlenden Ziffern wurden dann mittels einzelnen „Ziffern-Plättchen“ eingesetzt und das Schild anschließend fertig gegossen. Jedoch änderte die Ziffernplatte „9“ noch während der alten Schrift sein Aussehen, weshalb es gegenüber der ursprünglichen Gussform zu unterschiedlichen Arten der „9“ kam. Im Lieferjahr 1974 hielt schließlich ein komplett neuer Schrifttyp Einzug. Er ist wesentlich schmaler ausgeführt und das „N“ zeigt sich dabei ohne Häkchen.
Lokfabrikschild Woroschilograd, 0299, 1974, GAlmR, von 132-083-7, Detail

Detail-Aufnahme:
Fabrikschild mit altem Schrifttyp bei 132 083-7 – man bemerke die unterschiedlichen Formen der Ziffer „9“

Lokfabrikschild Woroschilograd, 0629, 1976, GAlmR, von 132-395-5, Detail

Detail-Aufnahme:
Fabrikschild mit neuem Schrifttyp bei
132 395-5

- -

Drei Lokomotiven der Baureihe 130 wurden Ende der 70er bzw. Anfang der 80er Jahre in die Baureihe 131 umgebaut. Die Loks 130 058-1, 130 060-7 und 130 064-9 erhielten nach dem Umbau die Nummern 131 158-8, 131 160-4 und 131 164-6. Jedoch bekamen die Loks nur teilweise neue Schilder, denn die Seitengussschilder und zumindest das Emaille-Frontschild der 130 060-7 wurden „angeglichen“.
Bei den Gussschildern von 130 060-7 und 130 064-9 schliff man die beiden ersten Nullen und die Selbstkontrollziffer komplett runter und nietete bzw. schraubte anschließend die neuen Ziffern auf. Bei 130 058-1 schliff man alle Ziffern ab, die neue Nummer ergänzte man mit Farbe. Bei den Emaille-Schildern hat man nur bei der zuerst umgebauten 131 160-4 die neuen Ziffern mit Farbe über die alten gemalt, die beiden anderen erhielten Ersatzschilder. Bemerkenswerter Weise bekam 131 160-4 später an den Stirnseiten noch Nietschilder welche dem Aussehen nach stark an solche von Pockauer Platten ähnelten.

Nur eine einzige von 1251 Diesellokomotiven von der Lokfabrik „Oktoberrevolution“ an die Deutsche Reichsbahn gelieferten, war ab Werk mit Sonderschildern ausgestattet. Die beidseitig an der Lok 132 457-3 angebrachten Aluminiumgussschilder fanden zwischen dem ersten und zweiten Maschinenraumfenster Platz und gleichen in der Länge etwa denen der Aluminiumgussseitenschilder. Die Sonderschilder sind jedoch um einiges höher. Die ebenfalls mit Riffelgrund ausgestatteten Tafeln waren zumindest Anfang der 90er Jahre in Blau gehalten und besaßen erhabene Ränder, welche sich wie die Schriften metallisch blank vom blauen Untergrund absetzten. Die Aufschrift auf beiden Schildern lautet „1000-Й ТЕПЛОВОЗ  ДЛЯ  ГДР - 1000. LOKOMOTIVE FÜR DDR“ und kennzeichnete somit die tausendste an die Reichsbahn gelieferte Lok aus der Sowjetunion.

Sonderschild:
"1000. Lokomotive  für DDR" aus Aluguss mit Riffelgrund bei 132 457-3

- - -

Zwei Lokomotiven kamen nur zu Ausstellungszwecken in die DDR und gingen anschließend wieder zurück zum Hersteller. Auf die Lokomotiven wird hier nicht näher eingegangen, jedoch zu deren Beschilderung. V300 001 besaß an den Stirnseiten die üblichen Emailleschilder, an den Seiten wie die ersten 130er je ein Glasschild, ein Einzelschild Schriftzug „Deutsche Reichsbahn“ mit Riffelgrund und ein großes ovales Fabrikschild. Einzige Besonderheit an der Lok waren zwei Heimatschilder, ebenfalls mit Riffelgrund und mit gleicher Höhe wie der Schriftzug, jedoch kürzer. Zum einen ein „RbD Halle“ und zum anderen ein „Bw Le Wahren“. Die zweite Lok (142-001) hatte vier Emailleschilder (mit abweichendem Schriftbild von den DRo-Lokomotiven) und zwei Fabrikschilder in Rautenform.

Lokheimatschild RbD Halle, Riffelgrund, von V300-001

Sonderschild:
Heimatschild
„RbD Halle“ in Riffelgrund, an der Ausstellungslok
V300 001

Lokheimatschild Bw Le-Wahren, Riffelgrund, von V300-001

Sonderschild:
Heimatschild
„Bw Le Wahren“ in Riffelgrund, an der Ausstellungslok
V300 001

Lokschild V300-001, Glas-Seitenschild

Glas-Seitenschild an der Ausstellungslok V300-001

Emaille-Frontschild an der Ausstellungslok 142-001 (abweichendes Schriftbild)

Emaille-Frontschild an der Ausstellungslok 142-001 (abweichendes Schriftbild)

Das Bahnbetriebswerk Seddin stellte zum Umzeichnungsplan 1991/1992 für seine dort beheimateten Lokomotiven Eisenschilder mit Klebeziffern her. Darunter waren auch viele Loks der Baureihen 130 und 132 (ab 01.01.1992 Baureihe 230 und 232), welche an allen vier Seiten mit einem solchen Schild ausgerüstet wurden (außer den 230 mit den einstigen Glasschildern, diese erhielten diese nur an der Front).

Folgende Lokomotiven bekamen diese Schilder:
230 001-0, 230 002-8, 230 003-6, 230 010-1, 230 011-9, 230 012-7, 230 020-0, 230 023-4, 230 039-0, 230 042-4, 230 043-2, 230 045-7, 230 047-3, 230 056-4, 230 065-5, 230 069-7 (? - frühzeitig abgestellt), 230 072-1
(? - frühzeitig abgestellt), 230 073-9, 230 074-7, 230 079-6, 230 080-4, 232 002-6, 232 004-2, 232 043-0, 232 049-7, 232 055-4, 232 073-7, 232 147-9, 232 190-9, 232 282-4, 232 378-0, 232 392-1, 232 404-4, 232 423-4 (? - umgebaut), 232 486-1, 232 503-3, 232 539-7, 232 545-4, 232 549-6, 232 586-8, 232 597-5, 232 610-6, 232 631-2, 232 640-3, 232 652-8 und 232 660-1.

DB-AG, 230 045-7, Klebeziffern, vom Bw Seddin (1991+1992), ehemalige DRo 130 045-8

Klebeziffern auf Blech:
230 045-7,
ehemalige 130 045-8

DRo, 232 660-1, Klebeziffern, ehemalige 132 660-4

Klebeziffern auf Blech:
232 660-1,
ehemalige 132 660-2

- -

Viele Lokomotiven erhielten unterschiedliche "Verzierungen" durch ihr Planpersonal. So konnte eine auf Hochglanz geputzte Lok schließlich noch mit weißer Farbe an Einstiegstritten, Dachkanten oder Puffern versehen werden. Selbstverständlich fiel diese Art der Dekoration auch auf die Lokschilder, wenn auch meist nur auf die an den Stirnseiten angebrachten Pockauer Nietschilder (120 und 131). Das war einfach begründet: Die Frontschilder aus Emaille besaßen von Natur aus schon eine weiße Umrandung und die Seitenschilder waren wegen der Befestigungshöhe schwer zu erreichen. Einzig bislang bekannte Ausnahme ist das Seitengussschild von 132 001-9, welches auch eine weiß gemalte Umrandung trägt.

Ein weiteres kleines Schild brachte das Herstellerwerk ab 1973 am Rahmen der Lokomotiven an. Das aus Messing bestehende Blechschild trägt die Aufschrift: "СДЕЛАНО В CCCP" [SDELANO W SSS -> übersetzt: Hergestellt in UdSSR]. Das beidseitig angebrachte Schild war anfangs nur unterhalb des Führerstandes Nummer 1 und später jeweils je Führerstand in Fahrtrichtung links am Lokrahmen befestigt. Erste Lokomotive war nach jetzigem Kenntnisstand 131 046-5. Diese und die folgenden 131 besaßen am Führerstand 1 beidseitig dieses Schild. Bei der Baureihe 120 gab es diese Schilder ab der Betriebsnummer 120 315-7! Zu Beginn ebenfalls am Führerstand 1 beidseitig, ab mindestens 120 320-7 dann je Führerstand in Fahrtrichtung links.
Beidseitig unterhalb des Führerstandes 1 mit einem Schild versehen waren auch die ersten 132, beginnend mit der Nummer 132 001-9. Ab mindestens 132 006-8 bis zur bislang höchsten bekannten Betriebsnummer 132 621-4 (einschließlich der sechs Loks der Baureihe 142) war wieder die zweite Variante (je Führerstand Fahrtrichtung links) maßgebend. Alle danach folgenden 132 besaßen keine(!) Schilder mehr.

Lokschild 132 001-9, GAl mit gemaltem Rand

Seitengussschild der
132 001-9, mit weiß gemalter Umrandung

Lokschild 120 044-3, NAlG, mit gemalten Ecken

Nietschild (NAlG-Pockau) der 120 044-3, mit weiß gemalten Ecken

Messingschild СДЕЛАНО В CCCP" [übersetzt: Hergestellt in UdSSR], von  132-036-5, 140x55mm

Messing-Blechschild
der 132 036-5
(140 x 55 mm)

Beispiel am Lokrahmen der 142 002-5 (in Fahrtrichtung links, grau  überlackiert)
Beispiel am Lokrahmen der 142 002-5
(in Fahrtrichtung links, grau überlackiert)

nach oben

 

 

Fälschungen
Auch vor diesen Schilderarten macht die „Fälscher-Szene“ leider keinen Halt. Eines vorab: Mit aller Deutlichkeit ausgenommen vom Begriff „Fälschungen“ sind die neu angefertigten Schilder für Museumslokomotiven, welche sich durch einen kurzen Blick und auch ohne große Kenntnisse als solche identifizieren lassen.
Also zu den „schwarzen Schafen“: Nachweislich gab es eine Firma in Schwerin, die Emaille-Frontschilder im Jahr 2004 so herstellen ließ, dass sie sich kaum von einem Original unterscheiden, weder von den Maßen, noch vom Schriftbild, noch von der Wölbung. Bekannt sind bislang folgende Nummern: V200 001 und 132 015-9. Zumindest bei diesen sollte ein Sammler stutzig werden und einen genaueren Blick darauf werfen. Ein weiterer „Fälscher“ fertigte Schilder von V 300 001 und 142 002-5, ebenfalls in Ausführung Emaille. Hier weichen jedoch die Ziffern und die Wölbung von dem originalen Schriftbild wesentlich ab. Eine weitere Fälschung ist ein Seitengussschild der 132 141-3. Hier bedarf es aber keiner großen Worte, weder auf der Vorder- wie auch auf der Rückseite passt rein gar nichts und eine Fälschung ist einfach zu identifizeren. Seitenguss- und Herstellerschilder, welche ebenfalls kaum von einem Originalschild zu unterscheiden sind, sind bisher noch nicht bekannt.
DRo, 142 005-2, Email, Neufertigung

Emailleschild der 142 002-5,
Ziffernart nicht passend!

DRo, 142 005-2, Email, Neufertigung, Rückseite

Rückseite:
Emailleschild der 142 002-5,
Ziffernart nicht passend!

DRo, V300 001, Email, Neufertigung

Emailleschild der V300 001,
Ziffernart nicht passend!

nach oben

 

 

Lieferungen

Ein abschließender Überblick auf alle von der Lokfabrik „Oktoberrevolution“ nach Deutschland gelieferten Diesellokomotiven:

V200 001 bis V200 314
Geliefert mit 2x Emaille-Frontschild, 2x Aluguss-Seitenschild und 2x Fabrikschild (oval, groß), ab 1970 wurden nach und nach die V200 Schilder gegen vier 120-EDV-Nietschilder aus Pockau getauscht.

120 315 bis 120 378
Geliefert mit 2x Emaille-Frontschild, 2x Aluguss-Seitenschild und 2x Fabrikschild (Raute)

130 001 bis 130 036
Geliefert mit 2x Emaille-Frontschild, 2x Glas-Seitenschild, 2x Aluguss Schriftzug „Deutsche Reichsbahn“ mit Riffelgrund und 2x Fabrikschild (oval, groß).

130 037 bis 130 080
Geliefert mit 2x Emaille-Frontschild, 2x Aluguss-Seitenschild und 2x Fabrikschild (oval, groß).

130 081 bis 130 100
Geliefert mit 2x Emaille-Frontschild, 2x Aluguss-Seitenschild und 2x Fabrikschild (oval, groß, ab 130 098 Raute). Emaille-Frontschilder und Aluguss-Seitenschilder wurden noch vor Inbetriebnahme gegen vier EDV-Nietschilder (131 001 bis 131 020) aus Pockau getauscht.

130 101 bis 130 102
Geliefert mit 2x Emaille-Frontschild, 2x Aluguss-Seitenschild und 2x Fabrikschild (oval, groß).

130 103 bis 130 108
Geliefert mit 2x Emaille-Frontschild, 2x Aluguss-Seitenschild und 2x Fabrikschild (Raute). Emaille-Frontschilder und Aluguss-Seitenschilder wurden noch vor Inbetriebnahme gegen vier EDV-Nietschilder (131 021 bis 131 026) aus Pockau getauscht.

131 027 bis 131 076
Geliefert mit 2x Emaille-Frontschild, 2x Aluguss-Seitenschild und 2x Fabrikschild (Raute).

132 001 bis 132 539
Geliefert mit 2x Emaille-Frontschild, 2x Aluguss-Seitenschild und 2x Fabrikschild (Raute).

132 540 bis 132 709
Geliefert mit 2x Emaille-Frontschild, 2x Aluguss-Seitenschild und 2x Fabrikschild (oval, klein).

142 001 bis 142 006
Geliefert mit 2x Emaille-Frontschild, 2x Aluguss-Seitenschild und 2x Fabrikschild (oval, klein).

 

Folgende Maschinen kamen nicht mehr zur Reichsbahn (DRo) Sie fuhren bei der Wismut bzw. im Geiseltal. Teilweise waren sie in den 80er Jahren von der DRo angemietet:

V200 501 bis V200 505
Geliefert mit 2x Emaille-Frontschild, 2x Emaille-Seitenschild und 2x Fabrikschild (oval, groß).

V200 506 bis V200 515
Geliefert mit 2x Emaille-Frontschild, 2x Emaille-Seitenschild und 2x Fabrikschild (Raute).

nach oben

 

 

Dieses umfangreiche Thema wurde von Sebastian Meinke ausgearbeitet, der sein großes Wissen über diese Schilder der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt.

Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bei meinen Schilderfreunden Peter Finke, Mario Kottek, Tom Steiner, Mirko Schiefer, Gerald Kammann, Leonhard Grunwald und Michael Arndt für die Bereitstellung von Fotomaterial. Des Weiteren gebührt Dank für Auszüge und Zeichnungen aus dem „Lokomotivschilder“-Buch des EK-Verlages beim Mitarbeiter Mario Kottek.
Sebastian Meinke
, Februar 2018

Gestaltet, korrigiert und bildtechnisch bearbeitet von Hans Dücker, Februar 2018