was ist ein "originales Lokschild"?
- Bezeichnungen der Sammler -
Wichtig für Sammler und Nicht-Sammler:
Auf Grund einiger Missverständnisse zwischen Sammler und Nichtsammler, auch in Hinblick auf Verkauf/Tausch und Verkäufen/Käufen in Auktionshäusern, sind hier die Begriffe eindeutig definiert und die Richtlinien hier übersichtlich dargestellt.
Hinweise für Beschreibungen bei Online-Auktionshäuser, dürfen gerne hier entnommen werden. Auch Hinweise auf diese private Seite sind zulässig und von mir freigegeben.
Beschreibungen, die dennoch falsch sind und der Verkäufer darauf hingewiesen wurde, gelten als falsch und sind hinsichtlich eines Betrugsversuches zu untersuchen. Ich empfehle, ein Gebot bei Zweifel nicht abzugeben. Ebenso nicht, wenn der Verkäufer weder auf einen Hinweis reagiert, noch sonst eine Antwort auf eine Frage gibt.
original Lokschild Lagerschild Nachguss Abguss Fälschung verfälschtes Schild Neuguss
Was ist ein "originales-Schild"?
Wir Sammler definieren ein „original-Lokschild“ / "originales Lokschild" nach folgenden Punkten:
- ein für eine Lokomotive
hergestelltes Schild – und
- ein Schild, welches an dieser Lokomotive jahrelang im Einsatz lief ("original
gelaufenes Lokschild") – und
- das Schild nicht nachträglich manipuliert wurde (Ziffern/Buchstaben
ausgetauscht, bzw. Ziffern/Buchstaben entfernt oder hinzugefügt) – und
- ein Schild mit originaler Patina, d.h. sichtlichen Gebrauchsspuren, die nicht
nachträglich hinzugefügt bzw. vorgetäuscht wurden
Schilder, welche im Ursprung an der
Lokomotive waren sind im Begriff gleichzusetzen, wie Schilder, die als Ersatz an
die Lokomotive kamen und jahrelang an der Lokomotive gelaufen sind.
Beispiel: Messingschilder der DRG wurden ersetzt durch GAlS-RH Schilder,
die wiederum durch NAlS oder NAlR Schilder ersetzt wurden. Jene wurden im Zuge
der Umstellung auf EDV durch NAlG oder Siebdruck-Schilder ersetzt. All diese
Schilder werden mit "original/originales Lokschild" bezeichnet. "Originalität"
in Bezeichnung von "ursprünglich", also als erstes Schild, ist hier nicht
gemeint, denn sonst wären fast alle Lokschilder keine originalen Lokschilder.
"Ursprünglich" definiert hier den Zustand der Anbringung an der Maschine und den
jahrelangen Betrieb der Maschine mit diesem Schild.
Ein für eine Lokomotive hergestelltes Schild, welches:
- nicht an einer Lokomotive im
Einsatz war – und
- nicht nachträglich manipuliert wurde (Ziffern/Buchstaben ausgetauscht, bzw.
Ziffern/Buchstaben entfernt oder hinzugefügt) – und
- ohne originaler Patina ist – und
- beim Hersteller oder bei der Bahn für den Einsatz gelagert wurde. Daher der
Name
Den Begriff "original-Lagerschild" gibt es nicht. Ein "Lagerschild" ist hier eindeutig definiert.
Ein Schild, das einem Lokschild nachempfunden wurde:
- ein für eine Museumslokomotive
hergestelltes Schild – oder
- ein für Sammler hergestelltes Schild mit dem Hintergrund der Täuschung – oder
- ein für Sammler hergestelltes Schild mit dem Hintergrund des Betruges
- diese Punkte können natürlich auch mit „und“ verbunden werden.
Nachgüsse besitzen meist Schrumpfmaße.
Ein Schild, das von einem originalen Lokschild abgegossen wurde, über eine extra angefertigte Gussform:
- ein für eine Lokomotive
hergestelltes Schild – oder
- ein für Sammler hergestelltes Schild mit dem Hintergrund der Täuschung – oder
- ein für Sammler hergestelltes Schild mit dem Hintergrund des Betruges
- diese Punkte können natürlich auch mit „und“ verbunden werden.
Es gab von der DB abgegossene
Schilder, als die Hersteller die Preise für die Schilder immer mehr angehoben
haben. Dies betrifft die Heimatschilder.
Schilder dieser Art weisen das für das jeweilige Material typische Schwundmaß
auf und besitzen originale Gebrauchsspuren, gelten daher auch als „original
Lokschilder“, mit entsprechendem Hinweis. (Schrumpfmaß)
Eine Fälschung ist z.B.:
- ein Nachguss oder Abguss, dem
Altersspuren beigegeben wurde
- ein extra angefertigtes Schild, z.B. mit originalen Ziffern hergestelltes
Schild mit dem Hintergrund der Täuschung und Fälschung
- ein nachträglich manipuliertes Schild, bei dem Ziffern/Buchstaben
ausgetauscht, bzw. Ziffern/Buchstaben entfernt oder hinzugefügt wurden
- ein Neuguss, der einem Original nachempfunden wurde, mit Patina versehen
wurde. Meist in betrügerischer Absicht, dieses Schild zu verkaufen/vertauschen
Was ist ein verfälschtes Schild?
Ein Schild, bei dem:
- Betriebsspuren (originale Borke,
Patina) nachträglich angebracht wurden
- Farbe oder Bohrungen nachträglich angebracht wurde
Gebrauchsspuren, die nachträglich angebracht wurden, um dem Sammler ein „Original“ vorzutäuschen, sind des vorsätzlichen Betrugsversuchs und werden, sofern das Schild als „original“ verkauft oder vertauscht wird, strafrechtlich als Betrug geahndet.
Ein Schild, das hergestellt wurde, für:
- eine Museumslokomotive – oder
- Sammler, die einen Satz komplettieren möchten, jedoch das gesuchte Schild
nicht als „Original“ verfügbar ist, oder schlichtweg sehr teuer ist – oder
- Modellbahner, Hobbyeisenbahner, welche nicht unbedingt ein teures "original-Lokschild“
besitzen möchten, sondern denen es reicht, z.B. ein dem original nachempfundenes
Schild an die Wand zu hängen
- diese Punkte können natürlich auch mit „und“ verbunden werden
- oder ein rein nach Phantasie hergestelltes Schild (Namen)
Diese Neugüsse sind im Preis ausgesprochen günstig zu erwerben. Diese Neugüsse wurden nicht mit dem Vorwand hergestellt, die Sammler zu täuschen.
Neugüsse sind offiziell zu erwerben, z.B. bei: EMH-Bude in Swisttal-Buschhoven, Petersguss in Solingen, etc.
Damit werde ich häufig konfrontiert,
doch ist diese sehr selten zu stellen. Bei unbehandelten Nachgüssen ist das
leicht zu erkennen, bei von bekannten Fälschern gefertigte Schilder ist da schon
eine Richtung zu sehen, aber bei Schildern, die in schlechtem Fotoformat bei
e*** vorliegen, ist meist eine Nachfrage um weitere Detailaufnahmen zu machen.
Verhält sich der Verkäufer reserviert, empfehle ich einfach kein Gebot
abzugeben. Gut, es könnte ja mal einen Rarität drin sein, die man dann doch
nicht bekommt, doch eine Rückabwicklung hinterher schafft viel Ärger und Unmut.
Da ist oft der Wunsch des "Habenwollens" der Vater der Gedanken...
Ach ja, die Herkunft wäre wichtig,
doch da kann einem jeder irgendeine Geschichte erzählen. Ob die stimmt, ist eine
andere Sache...
So gehen oft seltene Schilder meist unter Sammler an Sammler, seltener über
e***.
Ausnahmen gibt es immer wieder und so sehe ich auf die nächsten Jahre eine größere Abgabe von unbekannten Sammlern oder Lokführern, die Ihre Sammlung an die Enkel vererbt haben und diese den Rest einfach online "vertickern".
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