eloxierte Lokschilder der Deutschen Bundesbahn
16.12.2010
Lokomotiven der Baureihe E94 wurden teilweise mit „gold“ eloxierten Aluschildern ausgestattet. Das Eloxal wurde als Schutzschicht aufgebracht und der Farbton „Goldeloxal“ zur optischen Hervorhebung beigegeben. Dies erfolgte als Anlehnung an die Messingschilder der jungen DB. Umgangssprachlich hat sich der Begriff "Messing-eloxiert" eingebürgert, wohl im Zusammenhang mit dem Material "Messing" bei Lokschildern.
Es betraf folgende Lokomotiven:
Des weiteren gibt es eloxierte Schilder, die auch für folgende Elektroloks angefertigt wurden:
Auch Dampflokschilder wurden "gold eloxiert":
Interessant ist, dass auch Heimatschilder in dieser
eloxierten Färbung bestellt wurden. Dies betraf folgende Betriebswerke:
Das sind Betriebswerke aus den Direktionen Augsburg,
München und Stuttgart.
Interessanterweise sind keine Direktionsschilder (BD) und auch keine
Hoheitszeichen (Deutsche Bundesbahn) bekannt.
Leider wurden an vielen Lok- und Heimatschildern bei der Restauration die
eloxierte Oberfläche abgeschliffen. Möglicherweise dachte der eine oder andere
Sammler an „Schmutz“ oder Bremsstaub, welcher zu entfernen galt.
Welche Stelle diese Schilder bestellt hatte, mit welcher Intention und warum nur bestimmte Maschinen damit ausgerüstet wurde, muss noch akribisch anhand Stationierungen und Telefonaten recherchiert werden.
Informationen diesbezüglich sind gerne willkommen und werden in diesem kleinen Bericht eingepflegt.
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Hier noch etwas Text zur Technik:
Was ist eloxiertes Aluminium?
Bei eloxiertem Aluminium handelt es sich um eine spezielle Oberflächenbehandlung von Aluminium, durch die das verwendete Material eine zusätzliche Schutzschicht erhält. Diese Schutzschicht ist auf der einen Seite sehr dünn, bis zu ca. 0,025 Millimeter, aber zum anderen auch sehr haltbar, da diese Zusatzschicht im molekularen Bereich mit dem Untermaterial verbunden ist. Sie ist farblos und wird durch die so genannte Elektro-Oxidation hergestellt (Eloxidation). Eloxiertes Aluminium ist wegen des verlässlichen Schutzes vor Korrosion durch die Eloxalschicht insbesondere für Außenanwendungen sehr gut geeignet.
Technische Hinweise: Das Eloxal-Verfahren (dabei handelt es sich um eine Abkürzung für elektrolytische Oxidation von Aluminium) ist eine Methode der Oberflächentechnik zur Erzeugung einer oxidischen Schutzschicht auf Aluminium durch anodische Oxidation. Dabei wird im Gegensatz zu den galvanischen Überzugsverfahren die Schutzschicht nicht auf dem Werkstück niedergeschlagen, sondern durch Umwandlung der obersten Metallzone ein Oxid bzw. Hydroxid gebildet. Es entsteht eine 5 bis 25 Mikrometer dünne Schicht, die vor Korrosion schützt – die natürliche Oxidschicht des Aluminiums beträgt lediglich wenige Nanometer, also etwa ein Tausendstel der technisch hergestellten Oberflächen-Versiegelung.
Hier noch einige Informationen aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie:
Die anodische Oxidation
Die anodische Oxidation bezeichnet in der Oberflächentechnik ein elektrolytisches Verfahren zur Herstellung von oxidischen Schichten auf Metallen. Die anodische Oxidation stellt den Gegensatz zur kathodischen Reduktion dar.
Das Verfahren
Bild: Elcap, Jens
Both
Prinzipdarstellung der anodischen
Oxidation
Bei der anodischen Oxidation werden geeignete Lösungen (beispielsweise Schwefel-
oder Chromsäure) elektrolytisch behandelt, d. h., durch elektrischen Strom
zersetzt. Es bildet sich auf der Anodenoberfläche eine Oxidschicht.
Die so hergestellte Schicht dient vorwiegend als Schutzschicht für Metalle gegen
Korrosion und Abrieb. Sie werden aber auch als elektrische Isolation (Dielektrikum)
in Elektrolytkondensatoren eingesetzt (Tantal, Niob, Aluminium).
Auch wenn die anodische Oxidation bei verschiedenen Metallen möglich ist, hat
sie doch nur für Leichtmetalle größere technische Bedeutung erlangt, besonders
bei Aluminium und seinen Verbindungen. Dort wird das Verfahren auch
Eloxal-Verfahren genannt.
Das Eloxieren
Nach der Oberflächen-Vorbehandlung erfolgt das eigentliche Eloxieren.
Schließlich folgt das Verdichten, üblicherweise einfach mit heißem Wasser oder
Dampf. Es gibt auch die Möglichkeit des chemischen Verdichtens, das meist in
Kombination mit Dampfverdichten eingesetzt wird.
Das Eloxal-Verfahren bedient sich der Elektrolyse. Die Kathode (negative
Elektrode) zerlegt das in der Säure enthaltene Oxonium (H3O+) in Wasserstoff und
Wasser. Der Wasserstoff wird frei. An der Anode (positive Elektrode) findet nach
einem Zwischenschritt die Oxidation von Aluminium zu Aluminiumoxid statt. Die
Säure wird nur zur Erhöhung der elektrischen Leitfähigkeit verwendet und ist an
der Reaktion nicht beteiligt.
Bei der Gleichstromvariante wird das Aluminium als Anode geschaltet, man nennt
daher das Verfahren auch Anodisieren. Die Gegenelektrode besteht meistens aus
einem Material, das vom Elektrolyten nicht angegriffen wird. Die Oxidation von
Aluminium mit dem Eloxal-Verfahren kann auf drei Arten vorgenommen werden:
1. Eintauchverfahren in ruhenden Bädern: die Werkstücke werden ganz oder
teilweise in das Oxidationsbad eingetaucht; die Stromquelle ist am Werkstück und
an der im Bad tauchenden Gegenelektrode befestigt.
2. Spritzverfahren: das rotierende Werkstück und eine bewegliche Düse, woraus
der Elektrolyt austritt, werden an die Stromquelle angeschlossen.
3. Durchlaufverfahren in ruhenden Bädern: Drähte, Bänder, u. ä. werden durch das
Oxidationsbad gezogen; die Stromquelle ist wie bei 1. angeschlossen.
Elektrolytisches Färben
Das elektrolytische Färben wird mit Wechselspannung durchgeführt. Der Elektrolyt
enthält ein färbendes Metallsalz. Die Dauer der Elektrolyse hängt von der
erwünschten Farbtiefe ab. Die Metallionen dringen tief in die Poren der Schicht
ein. Die so zum Teil mit Metall gefüllten Poren verursachen nun durch Aufnahme-
und Streueffekte eine lichtechte Färbung. Viele unterschiedliche Farbtöne sind
erzielbar, auch goldfarbene („Goldeloxal“).
Genau um dieses
goldfarbene Eloxal geht es hier bei uns Schildersammlern, das Umgangssprachlich
„Messing eloxiert“ genannt wird.
Hinweis: wie aus der Technik ersichtlich, gibt es einseitig eloxierte
Lokschilder nicht.
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